Plattformarchitektur

Offene Integrationsgrenzen. Projektbezogen definierte Laufzeitverantwortung.

MEMM strukturiert technische Verantwortung in getrennte Ebenen. Die Darstellung beschreibt Architektur und Entwicklungsrichtung; sie ist keine pauschale Zusage für Produktivbetrieb, Plattformabdeckung oder allgemeine Spezifikationskonformität.

01

Integrationsgrenze

API-, SDK-, Profil- und Adapterverträge für ausdrücklich benannte Zielsysteme und Versionen.

02

Runtime-Grenze

Technische Verarbeitungs-, Zustands- und Fehlerverträge mit benannter Zuständigkeit.

03

Zugriff & Policy

Getrennte Identitäts-, Policy- und Ausführungsentscheidungen innerhalb des vereinbarten Scopes.

04

Release-Referenzen

Zuordnung von Quellstand, Konfiguration, Prüfumgebung und Ergebnis für eine konkrete Version.

Integration Contracts

Stabile Integrationsverträge statt Abhängigkeit von Protokollinternas.

Die Architektur orientiert sich an versionierten Produktgrenzen. Anwendungen und Partner sollen gegen benannte Schnittstellen, Datenformen und Fehlersemantiken integrieren – nicht gegen interne Details externer Engines oder wechselnder Spezifikationsentwürfe.

C1API / SDKAufruf- und Lifecycle-Grenzen
C2Service / WorkflowÜbergaben und Zustandsgrenzen
C3Daten / ProfileVersionierte Datenformen
C4Fehler / LifecycleAblehnung, Retry und Migration

Vier gleichwertige Kategorien — keine Gewichtung, kein Reifegrad und keine Fortschrittsmessung.

Fachanwendung / OEM Produktlogik kundenseitiger Kontext
Versionierte Verträge API / SDK Service / Workflow Daten / Profile Fehler / Lifecycle
MEMM Produktgrenze Rust-basierter Kern interne Implementierung bleibt von der öffentlichen Vertragsgrenze getrennt
Externe Kontexte TI-M / FHIR® / Dienste versions- und projektbezogen
C1

API- und SDK-Verträge

Öffentliche Aufruf-, Daten- und Lifecycle-Grenzen sollen versionsbezogen benannt werden. Unterstützte Bindings und Zielplattformen bleiben Bestandteil des jeweiligen Releasescopes.

C2

Service- und Workflow-Verträge

Identität, Tenancy, Retry-Verhalten und Übergabepunkte sollen an der vereinbarten Systemgrenze nachvollziehbar bleiben.

C3

Daten- und Profilverträge

Interne Produktzustände sollen von externen Matrix-, FHIR®- und Spezifikationstypen entkoppelt bleiben; konkrete Profile werden separat versioniert.

C4

Fehler- und Lifecycle-Semantik

Ablehnung, Wiederholung, Bedienereingriff und Migration sollen explizite Zustände sein. Das ist ein Architekturziel, keine Zusage für jede aktuelle Version.

TI 2.0 Kontrollgrenzen

Externe TI-Dienste und interne Produktverantwortung bewusst trennen.

Hardwareunabhängiger TI-Zugang, digitale Identitäten und Zero Trust verändern die Integrationslandschaft. MEMM behandelt diese Themen als benannte Außen- und Kontrollgrenzen statt sie stillschweigend in einen Produktkern zu vermischen.

TI-Zugang bleibt extern

TI-Gateway und zugelassene Zugangsdienste liegen außerhalb der MEMM-Produktgrenze. MEMM wird nicht als Konnektor- oder TI-Gateway-Ersatz beschrieben.

Identity Evidence wird versioniert

Der aktuelle Entwicklungsstand führt externe Nachweise für EUDI Wallet, Health ID und eID-LE über eine versionierte Adaptergrenze in kanonische Identitäts- und Attributkontexte. Verifikation und Anwendungsautorisierung bleiben getrennt.

Zero Trust bleibt eine Architekturreferenz

Explizite Identitäts-, Attribut-, Policy- und Ausführungsentscheidungen unterstützen eine Zero-Trust-orientierte Trennung von Vertrauen und Ausführung. Daraus wird weder ZETA-Integration noch allgemeine OIDC-/Federation-Unterstützung abgeleitet.

Architektur- und Qualitätsziele

Verantwortung soll eindeutig und prüfbar bleiben.

Die folgenden Punkte sind Entwicklungs- und Prüfkriterien. Ob sie für eine konkrete Version erfüllt sind, ergibt sich ausschließlich aus dem zugehörigen Release- und Prüfnachweis.

Ereignisorientierte Zustandsänderungen

Änderungen sollen über benannte Ereignis- und Abonnementpfade verteilt werden. Extern notwendiges Polling bleibt eine ausdrücklich dokumentierte Grenze.

Explizite Ablehnung

Fehlende Konfiguration, unbekannte Versionen oder unzureichende Berechtigungen sollen zu typisierten Ablehnungen statt stillen Fallbacks führen.

Ein kanonischer Owner

Für Zustand, Workflow, Identität, Routing und Prüfreferenz soll jeweils eine benannte maßgebliche Zuständigkeit bestehen.

Begrenzte Ressourcen

Backpressure, Limits und kontrollierte Wiederholungen sollen unbounded processing und unklare Nebenwirkungen vermeiden.

Versioned Extensibility

Ändernde Spezifikationen, stabile Produktgrenzen.

Externe Profile, Entwürfe und Integrationsanforderungen können sich ändern. Die Architektur soll solche Änderungen über versionierte Adapter und Verträge einordnen, ohne daraus automatisch eine neue Zusage für den Produktkern abzuleiten.

Veränderliche Außenwelt Profile · Drafts · Provider-APIs · Zielsysteme können eigene Versionen und Lebenszyklen haben
Stabile Produktgrenze Domänenzustand · Fehlersemantik · Release-Identität Änderungen werden kontrolliert und releasebezogen bewertet
Abgrenzung: Die Trennung von Adapter- und Produktgrenze ist ein Architekturprinzip. Sie bedeutet nicht, dass ein bestimmtes externes Profil, ein Draft oder eine Plattform in einer konkreten MEMM-Version bereits unterstützt wird.
Shared Responsibility

Verantwortungsgrenzen werden vor der Integration ausdrücklich geklärt.

Die folgende Aufteilung ist ein Orientierungsmodell, keine allgemeine RACI-Zusage. Tatsächliche Rollen hängen von Deployment, Vertrag, regulatorischer Rolle, Zielsystem und konkretem Release ab.

01 · Kunde / Integrator

Fachanwendung & fachlicher Kontext

  • Produkt- und Prozesskontext
  • organisationsspezifische Fachlogik
  • lokale Betriebs- und Integrationsentscheidungen
02 · MEMM Scope

Vereinbarte Produktgrenze

  • versionierte Schnittstellen und Artefakte
  • benannte Runtime- und Fehlergrenzen
  • releasebezogene technische Referenzen
03 · Externe Betreiber / Governance

Externe Dienste & Infrastruktur

  • providerseitige Infrastruktur und Betriebsgrenzen
  • externe Identitäts-, Trust- und Kommunikationsdienste
  • Vorgaben und Entscheidungen externer Stellen

Produktbeschreibung ersetzt keine vertragliche Verantwortungsmatrix. Für Pilot- oder Produktionsszenarien müssen Rollen, Eskalationswege, Nachweise und Betriebsgrenzen gesondert festgelegt werden.

Mögliche Integrationsmodelle

Von eingebettet bis betrieben – erst nach Scope-Bestätigung.

ModellMöglicher EinsatzVor einer Zusage zu klären
In-Process / EmbeddedOEM-Integration mit enger ProduktgrenzeZielplattform, Binding, Lifecycle, Update- und Supportmodell
Private ServiceOrganisationseigener PlattformdienstAPI, Identität, Netzwerk, Betrieb, Monitoring und Verantwortlichkeiten
Managed / OperatedProjekt mit benannter LaufzeitverantwortungVerfügbarkeit, Support, Security Response und Nachweisumfang im Vertrag
Einordnung: Matrix, FHIR®, TI, TI-M, TI-Flow, ZETA, ePA und gematik bezeichnen externe Standards, Infrastrukturen oder Integrationskontexte. Keine Zertifizierung, Zulassung oder Beauftragung durch gematik oder eine andere Behörde wird behauptet. Unterstützte Profile, Versionen und Betriebsgrenzen werden vor einem Einsatz schriftlich bestätigt.